Ein Urteil des US Supreme Court erschüttert die rechtliche Grundlage des transatlantischen Datenaustauschs – und bringt auch Anbieter unter Druck, auf die Krankenhäuser täglich angewiesen sind.
Was ist passiert?
Ende Juni 2026 hat der Oberste Gerichtshof der USA in der Rechtssache Trump v. Slaughter entschieden, dass die Unabhängigkeit der Federal Trade Commission (FTC) verfassungswidrig ist. Die FTC untersteht damit künftig direkt den politischen Weisungen des US-Präsidenten.
Das klingt zunächst nach einem rein amerikanischen Verfassungsstreit. Für den europäischen Datenschutz hat die Entscheidung jedoch weitreichende Konsequenzen: Das EU-US Data Privacy Framework (DPF) – der aktuelle Rechtsrahmen für den Transfer personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA – beruft sich in seinem Angemessenheitsbeschluss 259 Mal auf die Kontrollrolle der FTC. Mit dem Urteil ist die Unabhängigkeit dieser Behörde formal hinfällig. Die Datenschutzorganisation Noyb hat die EU-Kommission bereits formell aufgefordert, das Abkommen aufzuheben.
Solange die Kommission das DPF nicht widerruft oder der Europäische Gerichtshof (EuGH) es für nichtig erklärt, bleibt es formell in Kraft. Bis zu einer endgültigen EuGH-Entscheidung – Experten rechnen mit zwei bis drei Jahren – droht jedoch eine Phase erheblicher Rechtsunsicherheit. Max Schrems, der bereits zweimal frühere EU-US-Datentransferabkommen vor dem EuGH zu Fall gebracht hat, bereitet auch diesmal den Klageweg vor.
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